Heimat · Arnbruck
Ein Sommermorgen am Flugplatz Arnbruck – warmer Asphalt, frisch gemähtes Gras und über den sanften Hügeln der größte Doppeldecker der Welt.
Es gibt Tage, an denen fühlt sich Heimat leicht an. Man steht am Rand der Piste, in der Luft liegt der Duft von warmem Teer und Sommergras, und irgendwo lacht jemand über das zweite Stück Kuchen. Dahinter: die vertrauten, waldgrünen Rücken unseres Bayerischen Waldes, wie immer da, wie immer ruhig.
Und dann das Brummen. Kein leises – ein sattes, altmodisches Dröhnen, das durch den Brustkorb geht. Die Antonow An-2 hebt ab, der größte Doppeldecker der Welt, und dreht ihre Runde über den Wald. Für einen Moment bleibt die Zeit stehen, und man ist wieder Kind.
Am Boden blitzt es silbern in der Sonne. Eine elegante Mooney aus Österreich, daneben eine startbereite Robin DR400 – Maschinen, die man sonst nur am Himmel als Punkt sieht, hier zum Greifen nah. Und über allem drehen die Kunstflieger ihre Schleifen, heuer erstmals mit einer Suchoi Su-29.
Für mich ist so ein Fest genau das, was diese Gegend ausmacht: still und weit, bodenständig und trotzdem voller Sehnsucht. Man muss gar nicht selbst abheben. Manchmal reicht es, am Zaun zu stehen, den Kaffee in der Hand, und zuzuschauen, wie über dem eigenen Wald das Abenteuer seine Kreise zieht.
← Zurück zur Startseite